Bolivien/Peru (5.01.2024 - 19.02.2024)

5 - Titikakasee - Huaraz


 

 

Kartenausschnitt der beschriebenen Etappe

  • Der blaue Punkt ist unser aktueller Standort zu unserem Reisebericht

5. Januar 2024

 

Von unserem Restaurant mit Stellplatz, wir haben herrlich frischen gegrillten Fisch gegessen, ging es weiter in Richtung Peru. Das Chaos vor der Fähre in San Pablo de Tiquina, während dem Verladen, auf der Überfahrt und beim Entladen ist mit Worten kaum zu beschreiben. 

Geschätzte 70 - 100 Holzboote, mit kleinem Außenbordmotor und „vielen“ Einweisern versuchen jeweils 3 PKW, oder 1 LKW und 1 PKW auf ein Boot zu dirigieren. Wenn man dachte das Boot fährt los, kam das Komando alles wieder runter und auf ein anderes Boot… Warum war für uns nicht zu erkennen.

Nachdem wir die Überfahrt von San Pablo de Tiquina nach San Pedro de Tiquina auf einem dieser Holzboote überstanden hatten, konnten wir die teils herrlichen Ausblicke auf den See nicht so ganz genießen, denn am Straßenrand saßen über mehrere km alle 100 m Kinder im Alter von 1-10 Jahre und bettelten.

Die Grenzformalitäten nach Peru für uns und unser WoMo waren schnell erledigt, aber dann kam für Elli die Dame von der SENASA!!!

Sie blätterte im Heimtierausweis, schaute sich die Papiere, die wir innerhalb 3 Tagen in La Paz besorgt hatten kurz an, und meinte dann: Heute ist kein Tierarzt da, wir müssen in Cusco zur SENASA und dort Ellis Einfuhr „erledigen“.

Anschließend wollte sie noch ins Fahrzeug. Dort nahm sie 2,5 Äpfel, 3 Frühlingszwiebel, 2,5 Bananen und 6 Eier mit. Die Einfuhr sei verboten sagte sie, obwohl der Zoll 5 min vorher bei der Fahrzeugprüfung explizit sagte das sei kein Problem. Das werden wir nie verstehen!! Das ist halt Südamerika…

 

6. Januar 2024

 

Von Puno aus wollten wir heute zu den schwimmenden Inseln auf dem Titicaca-See fahren, aber bei mir hatte sich gestern schon eine Grippe mit Husten und „leichter Temperatur“ angedeutet. Das kombiniert mit einer Höhe von 3.800 m ist echt übel… Deshalb war Bettruhe angesagt. Von Gabi&Frank hatten wir den Tip für den Trip auf die schwimmenden Inseln bekommen. Sie waren in der Nähe und haben bei mir einen kurzen "Krankenbesuch gemacht.

Der Luxuszug von Cusco nach Machu Picchu fuhr bzw. holperte jeden Morgen und jeden Abend 30 m vor uns über die Schienen... Auch ein Prediger "unterhielt" am Sonntag lautstark eine Menge Menschen über 2 Stunden.

Mit Yordy, vor dessen Haus wir auf einem Sportplatz standen, und seinem Boot ging es mit einem Tag Verspätung auf den See zu den schwimmenden Inseln. Auf einer solchen kleinen Insel, etwas abseits des Haupttouristenstromes, lebt seine Familie. Es sind insgesamt 4 Familien die hier noch traditionell leben. Die Frauen fertigen Handarbeiten an, empfangen Yordy mit seinen Touristen und die Männer gehen zum Fischen oder auf die Vogeljagd. Von Yordy erfuhren wir viel über den Aufbau und die Instandhaltung seiner schwimmenden Insel, sowie über das tägliche Leben seiner Familie dort...

Das Areal mit den schwimmenden Inseln ist riesig. Es leben dort ca. 2.400 Menschen, für die gibt es sowohl Kirchen als auch eine Grundschule, alles auf schwimmenden Inseln.

 

10. Januar 2024

 

Nachdem wir Puno in Richtung Chivas verlassen haben, trafen wir unterwegs wieder einmal auf Birgit&Robert. Mit den beiden haben wir ein Felsenlabyrint und die verlassenen Stadt Sumbay - Ghost Town besucht. Hier gab es eine Höhle mit "sehr alten" Felsmalereien... Wie alt die "Malereien" tatsächlich sind, bzw. wer sie gemacht hat sei mal dahingestellt.

Über eine sehr holperige Strecke erreichten wir Sumbay, wo wir an der Kirche nächtigten, bevor wir am nächsten weiter Morgen zu den Höhlenmalereien fuhren. 

3 km vor der Höhle bekamen wir von einem "Wärter" den Schlüssel, damit wir in die Höhle zur Besichtigung hinein gehen konnten...

Auf dem Weg nach Chivas mußten wir wieder bis an die 5.000 m Grenze hinauf... aber die Landschaft war wieder einmal traumhaft schön. Nur dem TOYOTA von Birgit&Robert ging es nicht ganz so gut in der Höhe, er hatte kaum noch Kraft und qualmte fürchterlich.

In Chivay waren wir gemeinsam gut Essen, haben unsere Vorräte aufgefüllt und haben den Nachmittag in noch den Thermen verbracht. Am nächsten Morgen sind Robert&Birgit nach Cusco weitergefahren, wo sie einen Unterstellplatz für ihren TOYOTA suchen, um einen mehrmonatigen Heimaturlaub in Italien zu verbringen. Wir sind weiter in Richtung Colca-Schlucht gefahren.

 

13. Januar 2024

 

Die Anfahrt zum Colca-Canyon war wieder so ein Highlight. Am Aussichtspunkt für die Andenkondore angekommen, warteten bereits Gabi&Frank auf uns Wir blieben über Nacht und hofften am nächsten Morgen auf die aufsteigenden Riesenvögel. Lediglich einer ließ sich blicken, der aber von den Besuchern tausendfach fotografiert wurde. Von 7.00 bis 11.00 herrschte reger Betrieb, der aber danach auch blitzartig abnahm, und wir waren ab 12.00 noch die einzigen Besucher... "Paula" von Gabi&Frank hat morgens, vor allem in Höhen ab 3.000m immer so ihre Anlaufprobleme...

 

Wieder zurück in Chavy besuchten wir "Klein Machu Picchu", rekonstruierte Inkaruinen in Uyo Uyo. Der Aufstieg über 500 Höhenmeter war sehr anstrengend, leider gab es oben nur wenig Informationen zu der Anlage vor Ort.


14. Januar 2024 - Situation in Ecuador...

Vor 2 Tagen wurde in Ecuador der Ausnahmezustand verhängt. D.h. Ausgangssperren zwischen 23 und 5 Uhr, Ausländer müssen bei der Einreise auf dem Landweg ein polizeiliches Führungszeugnis, die Armee hat mehr Befugnisse als sonst üblich...

Wir stehen mit anderen Reisenden, sowie einem Schweizer der einen Overlander-Campingplatz im Norden von Ecuador betreibt in engem Kontakt. Außerhalb der Großstädte sei es im Moment ruhig, die Regierung hat alles im Griff... Hoffen wir das Beste, denn wir müssen spätestens im März irgendwie durch das Land nach Kolumbien, um unser Fahrzeug zurück nach Europa zu verschiffen.


Die Fahrt zur viel gepriesenen Inka-Bridge hätten wir uns sparen können. Eine üble Straße über 45 km hin und auch wieder zurück in fürchterlichem Zustand, 10€ Eintritt pro Person und unhöfliche Parkranger… Der Eintritt berechtigte zum „Anschauen“ und „einmaligem Überqueren“ der Brücke. Gabi hat es gewagt. Mir erschien das ganze Geflecht doch recht instabil und dazu war ein Mitarbeiter auch mit Ausbesserungsarbeiten am Bodenbelag beschäftigt. Gabi mußten wir anschließend auf dem Rückweg auf der anderen Flußseite wieder mitnehmen.

Die letzten beide Bilder zeigen "Kleinlandwirtschaft" in einem Bergdorf...

 

16. Januar 2024

 

Über Espinar, wieder eine Inkastätte,  und Checacupe wollen wir zu den Color Mountains. Jedoch nur wenn das Wetter mitspielt.

Am nächsten Morgen entschieden wir bei gutem Wetter hoch auf die 4.700 m zu den Color Mountains zu fahren. 35 km über Schotter hatten wir schon geschafft, dann versperrte ein Erdrutsch den normalen Weg. Wir mussten eine recht neue Erdpiste ausweichen als ein Gewitter mit starkem Regen einsetzte. Nach ca. 3 km auf der engen und glitschigen Lehmpiste , ca. 4 km vor dem Ziel, entschieden wir uns zur Umkehr, es war uns zu gefährlich und bei Regen sieht man sowieso nicht die volle Pracht der Berge. Also zurück und auf nach Cusco.

19-22. Januar 2024 - Cusco

Wir sind mit Freunden in Cusco verabredet. Mit einigen haben wir Weihnachten, mit anderen Silvester gefeiert. Sie lassen Ihre Fahrzeuge für einige Monate hier stehen, und machen "Urlaub" in der Heimat.

Der Campingplatz oberhalb der Stadt ist auch für uns mit dem großen Fahrzeug gut zu erreichen, und in 20 min sind wir von da zu Fuß im Zentrum der Stadt. Cusco ist eine tolle Stadt, sehr sauber und mit schönen Gebäuden aus der Kolonialzeit.

 

 

23. Januar - Salzterassen bei Maras

 

Es leben fast 100 Familien von diesen Salzterassen, obwohl bei 5€ Eintritt pro Besucher auch sicher ein beträchtlicher Teil des Einkommens durch Touristen gedeckt werden dürfte.

Da die direkte Fahrt nach Nazca wegen eines größeren Erdrutsches nur über einen Umweg von 150 km möglich war, versuchten wir eine Abkürzung über eine „Bergstraße“… Ja, es ging, aber mit unzähligen Schwierigkeiten:

  • Der Weg war weder im Navi, noch bei GoogelMaps oder in unseren Karten verzeichnet…
  • Die Straße war ein Schotter- bzw. Erdweg und einspurig…
  • Große LKW hatten die gleiche Idee…
  • Bei einem Ausweichmanöver rutschte ich in den Graben, konnte mich aber mit allen Sperren gerade so wieder selbst befreien…

Zeit haben wir keine gespart, aber 100 km Strecke und mal wieder etwas „erlebt“… 😂

 

Bilder folgen...

24.01.2024 Machu Picchu

 

Unsere Tickets hatten wir schon in Cusco gekauft. Wir fuhren bis nach Ollantaytambo und parkten unsere Autos auf einem Busparkplatz am Stadtzentrum. Wir hatten Tickets für Mittwoch, und Elli konnte bei Frank&Gabi bleiben. Die beiden hatten auch schon mal einen Ridgeback... Sie hatten deshalb extra für Donnerstag gebucht.

Von Ollantaytambo liegt ca. 5-6 Autostunden vor Machu Picchu, hat einen guten Bäcker und eine nette Gastronomie. Die Bahn- und Busfahrt nach Machu Picchu dauerte ca. 4 Stunden. Wir holperten gemächlich durch ein enges sehenswertes Tal, was auch bei nicht allzu schönem Wetter seinen Reiz hatte. Mit unserem Guide waren wir ca. 3,5 Stunden in der Anlage unterwegs. Es war beeindruckend. Allerdings waren wir etwas erstaunt, wie wenig "Genaues" die Wissenschaftler über die Tempelanlage wissen... 

Mehr Infos findet Ihr hier dazu: https://de.wikipedia.org/wiki/Machu_Picchu

 

 

Bilder folgen...

31. Januar - Nazca

 

Das Resort auf dem wir eincheckten, hatten Sandra und ich schon Tage vorher ausgesucht: Pool mit Poolbar, saubere Duschen und „gepflegte Anlage“...

Pool und Poolbar waren auch echt sauber und schön. Wir genossen unseren täglichen Pisco-Sour und auch andere Drinks… 😀

Das Restaurant hatte zwar zu, aber wir können ja auch selbst was am Grill! 😋 Wir genossen nach den anstrengenden Fahrtagen durch die Berge zum Pazifik die Pause in Nazca und ließen es uns gut gehen!

 

2. Februar - Flug über Nazca-Linien

 

Um die Nazca-Linien zu sehen muß man mit einem Kleinflugzeug darüber fliegen. Da Frank Höhenangst und ich in dem kleinen Flugzeug „Engegefühle“ befürchtete, wollten nur Sabine und Gabi mit Tom&Sandra fliegen.

Der erste Versuch fiel wegen Kerosinmangel aus, der zweite Versuch am Folgetag ebenso. Dann kam am dritten Tag morgens die Nachricht: Der Flieger ist aufgetankt und in einer Stunde kann es losgehen. Wir packten schnellst möglich zusammen und fuhren zum Flughafen. Die Vier wurden eingecheckt und los ging’s.

Frank und ich nahmen einen Kaffee und warteten...

Nach 30 min kamen die drei Frauen recht „Grün“ im Gesicht zurück. Nur Tom war fit und hatte auch entsprechende Bilder machen können. Erst 2-3 Stunden später waren auch die Damen wieder einigermaßen fit und schworen nie wieder in ein solch kleines Flugzeug zu steigen…

 

Bitte bedenkt beim Betrachten der Bilder, dass sie bis zu 300 m lang sind, und im Schrägflug (45° Neigung nach rechts oder links) aufgenommen wurden. 

Auf dem rechten Bild unten sind alle Figuren zu sehen, auch mit entsprechenden Größenangaben...

 

 

7. Februar 2024 - 2 Strandtage

 

Es ist relativ schwierig nach Lima einen Platz am Pazifik zu finden. Die Strände sind nicht über Wege erreichbar, nur in den Ortsbereichen kann man sie anfahren.

In einem kleinen Ort erreichen wir so über einen Feldweg den Strand eines kleinen Dorfes. Der Strandbarbesitzer weist uns einen Stellplatz am Strand, unmittelbar hinter seiner Bar zu. Wir genießen 2 Tage jeweils eine gute  Fischmahlzeit und gut gekühltes Bier in seinem einfachen Restaurant.

Gabi&Frank gehen zum Schwimmen, wir nur zum „Wasserstehen“ in die recht hohen Wellen. 😂

Die Tagestemperaturen liegen um die 30 Grad, aber so ab 21 Uhr kühlt es angenehm ab.

 

09. bis 11. Februar Huaraz: Besuch der Kinderstiftung KAKADU

 

Nahe dem Stadtzentrum haben wir bei einem Sportplatz einen relativ ruhigen Stellplatz in einer Seitenstraße gefunden. Unweit des Büros von Liz, die hier in Huaraz die Stiftung "Kinderhilfe KAKADU Peru" vertritt.


Über diesen Link könnt Ihr mehr über das Hilfsprojekt erfahren!

https://kinderhilfe-kakadu.de/unsere-projekte/peru/

Wir unterstützen dieses Hilfsprojekt von Hildegard-Hagemann-Korn aus Bad Soden-Salmünster seit vielen Jahren. In unserem Wohnmobil haben wir Baby- und Kinderkleidung, Kuscheltiere und medizi-nische Pflegeartikel wie Salben, Verbandmaterial und Heftpflaster aus Bad Soden-Salmünster mit nach Huaraz gebracht.

 

Schaut Euch das Projekt bitte im Internet an... Und macht bitte bitte eine Spende, egal wie groß, jeder gespendete Euro kommt hier vor Ort an und hilft die Not der Familien und Kinder zu lindern.

 

 

 

Es würde uns, und natürlich noch sehr viel mehr die Kinder hier in Huaraz erfreuen, wenn durch Eure Spende das Projekt hier unterstützt und den wirklich armen Menschen dadurch geholfen werden kann.


Wir waren heute mit Lis und unseren Freunden Frank&Gabi in 2 Küchen zu Besuch, in denen täglich jeweils 25 Kinder ein warmes Mittagessen erhalten. Ihr könnt Euch nicht vorstellen, wie es da, nur 20 m abseits von den "normalen Straßen" der Stadt aussieht. Unsere Bilder können nur einen Bruchteil der Armut und der Not hier in Huaraz vermitteln. Wir waren erschüttert.

 

 

Unterstützt werden die Küchen von der Stiftung bei der Anschaffung der Küchenutensilien, Miete der Küchenräumlichkeiten und Kosten für die Lebensmittelbeschaffung. Die Frauen arbeiten und organisieren alles in ehrenamtlicher Tätigkeit.

 

Wir trafen eine Mutter mit 2 Kindern, (1,5 Jahre und 5 Jahre) die beide an der Schmetterlingskrankheit, eine durch einen Gendefekt verursachte Hautkrankheit, leiden. Wohlwissend dass unsere mitgebrachten Salben und Verbandmaterialien nur kurzzeitig eine Linderung für die beiden Kleinen bringen, und dass es uns sehr ans Herz gegangen ist, waren wir froh das Strahlen der Mutter über die "Mitbringsel" gesehen zu haben.

Liz hat uns vor ein ein paar Tagen Bilder von dankbaren Mütter bzw. Kindern geschickt die einige von unseren mitgebrachten Spenden erhalten haben...

Die Tage in Huaraz waren emotional sehr anstrengend für uns und wir werden die Bilder der Kinder und ihre Umgebung sicherlich noch lange in unseren Köpfen herumtragen. Sie werden uns auch noch weit über unsere Reise hinaus beschäftigen...

 

Huaraz selbst ist stark von der umliegenden Landwirtschaft geprägt. Die Stadt wurde schon mehrfach durch große Lawinen teilweise zerstört und nach dem Erdbeben in 1970, mit 10.000 Toten, wieder komplett neu aufgebaut.

 

 

 

11. Februar 2024 - Fahrt von Huaraz durch Canyon del Pato

 

Die Fahrt durch den „Canyon del Pato“ bekam 80 km nach Huaraz erst so erst so ihren Reiz. Die Straße wurde sehr schlecht, einspurig, viele Engstellen durch Erdrutsche, verursacht durch starke Regenfälle in den letzten Tagen, und sehr enge und niedrige dunkle Tunnel.

Das zog sich über fast 70 km hin. Wir schafften auf der Gesamtstrecke über 160 km einen Schnitt von 28 km/Std.

Die Landschaft war natürlich wieder traumhaft, aber die Fahrt auch extrem anstrengend. Ein zweites Mal würden diese Strecke nicht mehr fahren.

 

Bilder folgen...

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