Seit Dienstag 1. Mai 2018, um 04.30 sind wir unterwegs!

 

Reisetage:                 317 Tage                                Gesamtstrecke:      47.418 km

 

Ü - Campingplatz             74  Nächte                           Ü - Hotel      9

      Ü - "Irgendwo"                234 Nächte 

7. Etappe:

Kolumbien - Ecuador - Peru.... 

(19. Febr. 2019 bis ????)

ca. 6.100 km

Durch anklicken der Karte kannst Du die ungefähre Reiseroute vergrößern....


Auf dieser Etappe ist für uns der Besuch der Kinderhilfe KAKADU in Huaraz/Peru, ein ganz besonders wichtiger Punkt. Mit Hildegard Hagemann-Korn, aus unserer Heimatstadt Bad Soden-Salmünster, die mit Ihrem Mann das "Kinderprojekt Georg Korn" in Huaraz/Peru gegründet hat, und auch Projektbeauftragte für die Kinderhilfe KAKADU e.V. in Huaraz/Peru ist,  stehen wir schon länger in Kontakt. Leider ließ unsere Reiseplanung ein Treffen mit Hildegard, im November in Peru, nicht zu...

Kinderhilfe KAKADU e.V.

Die Kinderhilfe KAKADU e.V. fördert seit mehr als 25 Jahren gezielt und unbürokratisch Kinderhilfsprojekte in Peru und Sri Lanka. Die beiden Projekte in Togo wurden 2016 beendet.
Die Kinderhilfe KAKADU e.V. ist durch Mitglieder und MitarbeiterInnen in mehreren Bundesländern vertreten. Alle MitarbeiterInnen in Deutschland arbeiten ehrenamtlich und stellen ihre Zeit und Energie in den Dienst der solidarischen Hilfe für benachteiligte Menschen. Es besteht eine regelmäßige Projektüberprüfung vor Ort durch Projektverantwortliche des KAKADU -Teams Deutschland.

 

Unter    https://kinderhilfe-kakadu.de/unsere-projekte/peru     findet Ihr mehr Informationen dazu.

 

Es würde uns, und mehr noch die Kinder in Peru, sehr freuen, wenn Ihr dieses Projekt mit einer Spende unterstützen würdet.


19. Februar 2019

Sabine ist am Montag den 18. Februar gegen 9.30 Uhr und ich um 12.45 Uhr mit dem Flugzeug in Cartagena/Kolumbien angekommen. Elli, wie man mir im Flieger noch versicherte, war im gleichen Flugzeug wie ich. Aber in Cartagena ist sie nicht angekommen...

So ca. 2 Stunden nach meiner  Landung hat man mich dann informiert, dass COPA Air Verladeprobleme hatte, und Elli erst am nächsten Morgen kommen würde... So ist das Leben in Südamerika!

Am nächsten Morgen konnte ich sie dann, nach wiederum 2,5 Stunden "Papierkram" und dem Besuch div. Stationen rund um den Flughafen, endlich abholen. Sie hat das Ganze aber sehr gut überstanden. Nach 5 Minuten freudiger Begrüßung war sie wieder ganz die alte...

 

Mit dem BiMo ging es uns ähnlich. Das Schiff ist erst am Mittwoch um 5 Uhr früh, mit einem Tag Verspätung, angekommen. Da es, laut Reederei, noch vor dem Hafen lag, was aber nicht stimmte, denn es hatte schon um 5 Uhr früh im Hafen festgemacht (Ship-Finder-APP)... konnte die Entladung noch nicht beginnen. Am Donnerstagnachmittag sollte der Abholtermin sein. Am Abholtag bekam ich dann die Nachricht, dass sich die Entladung verzögert, und das Fahrzeug erst am Freitag in der Früh abgeholt werden kann. Stimmte aber wieder nicht, denn unser BiMo hatte sich, über den eingebauten GPS-Sender, am Mittwoch um 8.50 gemeldet: „Ich stehe im Hafen an Land.“

Letztendlich bin ich dann am Freitag, nach weiteren 5 Stunden „Warten und Papierkram“ um 17.00 aus dem Hafen herausgekommen, und zu unserem Hotel in Cartagena gefahren, wo ich bis zum nächsten Morgen direkt davor parken konnte.

 

Wir haben es geschafft: Wir sind in Südamerika!!!!

 

Unser erster Stopp, nachdem wir das Hotel in Cartagena verlassen haben, war der Campingplatz "La Pradera" von Gloria und Abierto. Nur 38 km nach Cartagene standen wir 3 Tage bei den beiden im Garten. Haben hier gewaschen, das BiMo wieder "reisefertig" gemacht und uns viele Stunden mit ihnen auf "spanisch unterhalten"... Sie waren tolle Lehrer!

Es ist allerdings wahnsinnig heiß hier gewesen, deshalb versuchten wir so schnell wie möglich weiter ins Landesinnere und damit in höhere Regionen zu kommen.

Die Vermüllung der Landschaft ist hier in Kolumbien fast wieder so schlimm wie in Mexiko!

 

28. Februar 2019

Sabine lag 2 Tage mit Grippe im Bett, und da kam ein Campingplatz mit ausreichend Strom für die Klimaanlage gerade recht....

Die Zufahrt führte durch ein kleines Flußbett, dafür standen wir dann 2 Tage völlig alleine.

Eine Vollreinigung per Hand fürs BiMo gabs am Straßenrand für 8 €.

Nun geht es höher hinauf, und die Temperaturen werden erträglicher. 26 Grad tagsüber, 20 Grad nachts...

 

Der Campingplatz "Guaimaro" bei Barichara, betrieben von Julia&Juep aus Holland, war ein echter Traumplatz. Ursprünglich war es mal die Farm eines Tabakbauern. Julia ist Architektin, Juep ist Botaniker und sie haben alles in landestypischem Stil, aber in mitteleuropäischer Qualität  erneuert und entsprechend umgebaut. Wir wollten 2 Tage bleiben, es sind aber 5 geworden...

 

Mit dem Tuktuk sind wir vom Camp zum Bummeln und Abendessen runter nach Barichara gefahren. Das Dörfchen soll, laut Reiseführer, zu den schönsten in Kolumbien zählen... Sicherlich schön, aber nicht überwältigend. Dem Zahnarzt haben wir von der Straße aus über die Schulter geschaut.

 

 

Auf dem Campingplatz haben wir auch wieder ganz ganz nette Reisende getroffen...

========================================================================

 

Ulli&Rita haben Südamerika in vielen kürzeren Etappen bereist. Erst seit 3-4 Monaten sind sie auch länger unterwegs. Die "Chemie zwischen uns hat auf Anhieb gestimmt"!

Wir danken Euch für die vielen Tips und Anregungen. Wir werden auch versuchen Ullis Vorschlag "Mindestens 1 Jahr Südamerika zu erkunden" umzusetzen..

 

 

Benno&Sonya aus der Schweiz waren fast 4 Jahre in Südamerika unterwegs. Sie sind nun auf dem Weg nach Hause. Aber der  nächste Trip, nämlich Nordamerika, ist schon fest geplant. Vielen Dank auch an Euch für die vielen Tips und die schöne Zeit die wir gemeinsam verbracht haben...

Unter www.carrotte.ch könnt ihr mehr über ihre Reise erfahren

 

 

Michelle&Felix aus Kusel, mit ihrem "Dicken", sind auf dem Weg in die Heimat. Ihr Schiff geht nach einem halben Jahr Südamerika in 2 Wochen von Cartagena aus zurück nach Europa.

PS:

Wir wünschen Euch viel Erfolg bei der "Familienplanung"... und bis bald in der Heimat.

Nicht vergessen möchten wir Peter, der mit seinem Motorad von Deutschland über Russland und Vancouver hier gelandet ist. Er hat 3 Tage "Magen und Darm" auskuriert, bevor er wieder auf die Piste ist. Leider haben wir das "obligatorische Bild" von ihm nicht geschossen... aber er will auch weiter nach Süden, vieleicht treffen wir ihn ja wieder.

=========================================================================

Nachdem Sabine sich wieder gut erholt hatte, wollten wir eine "kurze Tagesetappe" von 150 km nach San Vincente de Chucui fahren. Wußten aber nicht, dass es nur übelste Feldwege durch Dschungel und Berge waren. Nach 7,5 h sind wir im Dunkeln angekommen. Glücklicherweise haben uns dort 2 Polizisten einen Platz in der Stadt gezeigt, wo wir übernachten konnten. Sie kamen auch am nächsten Morgen, gegen 8 Uhr kurz vorbei, und haben uns verabschiedet. Dann ging es wieder auf die letzten 50 km Piste, um wieder auf eine Teerstraße in Richtung Medellin zu gelangen.

Als wir den Dschungel endlich verlassen hatten, waren wir wieder auf ca. 150 m Höhe und von Weideland umgeben...

Für den nächsten Höhepunkt sorgte unsere "Paula". Sie hat uns, auf dem Weg zum Campingplatz "Hotel-Camp Albosque", erst mitten nach Medellin (ca. 2.000 m hoch) hinein, und dann, auf einer 20 %tigen Steigung, über ca 4 km auf fast 2.700 m, wieder heraus geführt. Zum Glück kamen uns nur 3 Autos entgegen, die mit ein paar Rangierbewegungen an uns vorbei konnten. Dem nicht genug, ging es in absoluter Dunkelheit noch 7 km auf wirklich schlimmen, nur etwas mehr als 2,5 m breiten Wegen sehr sehr umständlich zum Hostel-Camping Albosque... Da lagen die Nerven blank!!!!

Es soll auch eine geteerte Zufahrtsstraße geben...

 

9. März - Medellin

Angekommen auf dem Campingplatz haben wir dann von Hans&Karola erfahren, dass wir nicht die einzigen sind, denen die "Paula" einen solchen Streich gespielt hat.

 

 

Hans&Karola haben fast 4 Jahre Nordamerika bereist. Wir haben uns auf Anhieb gut verstanden: Mein Trafo hat Hans geholfen, und mit seiner riesigen Erfahrung rund um den LKW hat er mir beim Wechseln des Lufttrockners geholfen.

Mehr über die Reisen der beiden erfahrt ihr unter www.wombi-on-tour.de.

 

========================================================================

Hier, in 2.700 m Höhe, empfingen uns traumhafte Temperaturen: Die erste Nacht seit 2 Monaten mit weniger als 18 Grad.  Wir genießen den Schlaf bei diesen Temperaturen... Am Tag sind es so um die 22 Grad. Die mittelwarmen Decken und lange Hosen werden ausgepackt. Unten in Medellin sollen es ca. 8 Grad mehr sein.

Wegen Elli, die wir bei Hans&Karola auf dem Campingplatz gelassen hatten, konnten wir nur ca. 5-6  Stunden bleiben, das war aber auch genug für uns. Mit einem Privatauto, welches uns an der Bushaltestelle, unweit vom Campingplatz, zum "Buspreis" bis zur Einstiegsstation der Metro Cable brachte, und anschließend weiter mit der Seilbahn, ging es in ca. einer halben Stunde runter in die Stadt Medellin. Hin- und Rückfahrt, incl. S-Bahn kosteten ungefähr 18€. Mit dem Taxi dauert eine Fahrt ca 1 Stunde, und mit unserem BiMo ist es unmöglich in die Stadt zu fahren..

Die Fahrt mit der Gondel geht ca. 2,5 km über ein dichtes Dschungelgebiet, bevor es relativ steil, manchmal nur 5-10 m über den Häusern, runter in die Stadt geht. Im Außenbereich, an den steilen Hängen, leben die "Ärmsten der Armen". Die Häuser erscheinen uns wie "hingeklebt". Weiter unten wird es flacher, und die Häuser sehen etwas besser aus. Mit unseren Vorstellungen von einer Stadt hat das allerdings nicht viel zu tun. Selbst im Zentrum sieht man überall sehr armseelige, dicht aneinandergebaute, meist 2-3 stöckige Ziegelsteingebäude, mit einfachen Wellblechdächern. Das, was wir unter Slums verstehen, war in unseren Augen über die ganze Stadt verteilt.

Mit der S-Bahn ging es anschließend ins Zentrum, zur Plaza Botero. Hier haben wir uns seine berühmten Figuren angesehen, und teilweise "übelste Stadtluft genossen".

Schon im Vorfeld waren wir von anderen Reisenden vor Taschendieben gewarnt worden, und hatten immer "eine Hand an den Wertsachen". Jedoch haben wir den Tag schadlos überstanden...

 

Anschließend ging es weiter zur "Comuna 13". Da sind wir länger herumgelaufen, haben hier und da den englischen Führern zugehört, was sehr interessant war, sowie Kaffee und ein paar "Kleinigigkeiten" genossen... Beim "Metzger unseres Vertrauens" habe ich noch ein paar Hähnchenschenkel erstanden.

 

 


Hintergrundinfo zu Comuna 13 (Wikipedia):

Die Comuna 13 zählte mit rund 43,5 Einwohnern auf 1000 m² zu dem am dichtesten besiedelten Gebiet der Stadt Medellín. Die gesamte Anzahl der Bewohner in der Comuna liegt wahrscheinlich jedoch wesentlich höher, da nicht alle Personen amtlich gemeldet sind und registriert wurden. Auf einer Fläche von rund 7 km², die sich überwiegend an steilen Hängen befindet lebten 2017, zum größten Teil in ärmlichen Verhältnissen, 161.000 Menschen.

In den 1980er Jahren litt der Stadtteil unter dem so genannten Medellín-Kartell und war bekannt geworden für blutige und tödliche Auseinandersetzungen zwischen rivalisierenden Drogenbanden. Medellín verzeichnete mit mehr als 380 Tötungsdelikten auf 100 000 Einwohner die angeblich höchste Mordrate weltweit. Knapp 7.000 Personen wurden allein im Jahr 1991 in der Stadt getötet. 2017 lag die Tötungsrate offiziell bei rund 21 Opfern auf 100 000 Einwohner. Das ist 18-mal weniger als 1991.

Hier findet ihr einen ganz gute Zusammenfassung über diese Zeit unter Pablo Escobar...

https://www.nzz.ch/international/die-auferstandene-ld.1336407


Sabine hat auch den ersten Coca(ine) -Tee probiert!!! Sie fühlte sich angeblich sehr angenehm,  "leicht und beschwingt"...

 

 _________________________________________________________________________

 

Die nächsten Ziele sind der Rio Claro, die Tatacoa Wüste und Cali, wo wir die Schwester von Chico, einem Fußballer vom SV Hochland Fischborn besuchen wollen...